Kategorie: Hardware

eltefa 2017 – Messe rund ums Thema Smart Home, Gebäude- und Lichttechnik

Eltefa 2017

Vom 29. bis 31. März findet in Stuttgart die eltefa 2017 statt. Die größte und wichtigste Landesmesse der Elektrobranche findet alle zwei Jahre statt und bietet dieses Jahr wieder einen umfangreichen Überblick über die wichtigsten Anbieter, Trends und Innovationen. Insgesamt sind weit über 400 Aussteller vertreten.

Folgende Ausstellungsschwerpunkte werden geboten:

  • Gebäudetechnik – Neue Impulse für die Gebäudetechnik
  • Lichttechnik – Intelligente, vernetzte Lichttechnik
  • Energietechnik – Die Zukunft gehört den intelligenten Netzen
  • Sicherheitstechnik – Integrierte, digitale und vernetzte Sicherheitstechnik für Gebäude und Grundstücke
  • Industrietechnik – Zukunftschance Industrie 4.0
  • IT-Infrastruktur – Flexible, sichere und energieeffiziente Netzwerklösungen

Darüber hinaus existiert ein interessantes Rahmenprogramm mit Sonderschauen, Themenparks, Foren und Dialogveranstaltungen. Für private Besucher dürften vor allem das „E-Haus“ und die „BUS GUIDE AREA“ interessant sein. Das 100-m²-Musterhaus zeigt auf, wie eine moderne Smart-Home-Lösung aussehen kann und welche Möglichkeiten heute bereits bestehen.

In der „BUS GUIDE AREA“ werden die unterschiedlichen Bussysteme für die Hausautomatisierung vorgestellt und auch entsprechende Produkte gezeigt. Natürlich darf man hier keine vollumfängliche Auswahl erwarten, aber für einen guten Marktüberblick sollte es auf jeden Fall reichen.

Ich werde die eltefa dieses Jahr besuchen und mir die neuesten Trends und Innovationen vor Ort anschauen. Mein Fokus liegt dabei auf den IT-Infrastrukturlösungen im privaten Wohnbau sowie im Büro und Rechenzentrum. Außerdem werde ich einen genauen Blick auf die Gebäudeautomation und insbesondere alles, was mit KNX zu tun hat, werfen. Über welches Thema möchtet ihr gerne mehr lesen bzw. welcher Bereich interessiert euch am meisten? Werdet ihr auch vor Ort sein?

Zur eltefa Webseite

Kategorien: Hardware Privat Sonstiges

Amazon bringt neuen Fire TV Stick

Amazon Fire TV Stick

Amazon hat den Fire TV Stick der zweiten Generation im Oktober 2016 für die USA vorgestellt. Ab sofort ist der Stick auch in Deutschland zum Preis von 39,99 Euro vorbestellbar. Die Auslieferung soll ab dem 20. April erfolgen.

Im Vergleich zum Fire TV Stick der ersten Generation hat der Nachfolger einige Verbesserungen erfahren. Der neue MediaTek-Prozessor  soll durchschnittlich 30 Prozent schneller als die Dual-Core-CPU des Vorgängers agieren. Er verfügt über vier ARM Cortex-A7 Kerne die mit 1,3 GHz laufen. Unverändert geblieben sind der Arbeitsspeicher mit 1 GByte und der interne Flash-Speicher mit 8 GByte. Als weitere Neuerung ist das Dual-Band-WLAN zu nennen, welches im Vergleich zum Vorgänger 802.11ac unterstützt. Außerdem kommt jetzt statt Bluetooth 3.0 Version 4.1 zum Einsatz. Insgesamt fällt der Stick etwas größer und schwerer als die erste Generation aus. Die Abmessungen belaufen sich auf 85,9 x 30,0 x 12,6 mm und das Gewicht liegt bei 32 Gramm.

Neben der besseren Hardware kann sich der neue Fire TV Stick auch über neue Features freuen. Der stärkere Prozessor ermöglicht das Decodieren von H.265. Darüber hinaus werden deutlich mehr Audioformate unterstützt. Die maximale Auflösung bleibt aber leider bei 1080p, auf 4K-Unterstützung muss weiterhin verzichtet werden. Die bisher optional erhältliche Sprachfernbedienung für 24,99 Euro ist nun Teil des Lieferumfangs. Neben der normalen Sprachsuche wird auch Alexa unterstützt. Amazons digitaler Assistent war in Deutschland bisher nur auf dem Amazon Echo und Echo Dot verfügbar. Die Integration von Alexa soll eine deutlich bessere Bedienung per Sprache ermöglichen als bisher. Es werden alle Fähigkeiten der Echo-Lautsprecher geboten und darüber hinaus neue Befehle. Beispielsweise ist das Vor- und Zurückspulen oder das Suchen nach Filmen, Serien und Apps möglich.

Ebenfalls neu ist die überarbeitete Fire-TV-Oberfläche. Der Navigationsbereich wandert dabei vom linken Rand an die Oberseite. Die Inhalte sollen prominent darunter platziert sein. Fire TV Sticks der ersten Generation sollen in den kommenden Wochen ebenfalls in den Genuss der neuen Oberfläche gelangen. Ebenso soll Alexa dann auch auf älteren Sticks mit Sprachfernbedienung freigeschaltet werden.

Amazons neuer Fire TV Stick kann ab sofort für 39,99 Euro vorbestellt werden. Die Auslieferung soll dann ab dem 20. April 2017 beginnen. Dann soll der Stick auch bei Media Markt und Saturn erhältlich sein.

Amazon Fire TV Stick

Zweite Generation Erste Generation
SoC MediaTek MT8127D Broadcom Capri 28155
CPU 4 × ARM Cortex-A7 1,3 GHz 2 × ARM Cortex-A9
GPU ARM Mali-450 MP4 Broadcom VideoCore 4
RAM 1 GByte
Speicher 8 GByte
WLAN 802.11a/b/g/n/ac, 2 × 2 MIMO 802.11a/b/g/n, 2 × 2 MIMO
Bluetooth 4.1 3.0
Anschlüsse HDMI, Micro-USB (nur für Strom)
Formate Video H.265, H.264 H.264
Audio AAC-LC, HE-AACv1 (AAC+), HE-AACv2 (eAAC+), AC3 (Dolby Digital), eAC3 (Dolby Digital Plus), FLAC, MIDI, MP3, PCM/Wave, Vorbis, AMR-NB, AMR-WB AAC-LC, AC3, eAC3 (Dolby Digital Plus), FLAC, MP3, PCM/Wave, Vorbis
Foto JPEG, PNG, GIF, BMP
Ausgabe 720p und 1080p bis 60 FPS
Lieferumfang Fire TV Stick, Alexa Sprach-Fernbedienung, USB-Kabel und Netzteil, HDMI-Extender-Kabel, 2 × AAA-Batterien Fire TV Stick, Fire TV-Fernbedienung, USB-Kabel und Netzteil, HDMI-Extender-Kabel, 2 × AAA-Batterien
Größe 85,9 x 30,0 x 12,6 mm 84,9 x 25,0 x 11,5 mm
Gewicht 32,0 Gramm 25,1 Gramm
Preis 39,99 Euro

Kategorien: Hardware Internet TV

Elektroautos: 2016 nur knapp 13.000 Neuzulassungen

Kurz zusammengefasst: Elektroautos floppen weiterhin! Trotz der Anfang Juli 2016 eingeführten Kaufprämie („Umweltbonus“) wurden im vergangenen Jahr nur knapp 13.000 reine Elektroautos neu zugelassen. Bei rund 3,35 Millionen Neuzulassungen entspricht dies einem Anteil von lächerlichen 0,388 Prozent. Die Zulassungsdaten des Kraftfahrt-Bundesamts zeigen auf, um welche Modelle es sich dabei im Einzelnen handelt.

Modell Neuzulassungen Januar bis Dezember 2016
BMW i3 2.863
Renault ZOE 2.805
Tesla Model S 1.474
Kia Soul EV 1.384
Nissan Leaf 1.121
VW e-Golf 860
Hyundai Ioniq electric 627
VW e-up! 592
Mercedes-Benz B 250 e 437
Tesla Model X 430

Mit 2.863 Zulassungen befindet sich der BMW i3 auf Platz eins, dicht gefolgt vom Renault ZOE mit 2.805 zugelassenen Fahrzeugen. Tesla schafft es mit dem Model S auf Platz drei, allerdings weit abgeschlagen mit 1.474 zugelassenen Neufahrzeugen. Die E-Modelle von Volkswagen befindet sich auf Platz sechs (e-Golf) und acht (e-up!) und sind damit quasi nicht existent. Ebenso geht es Mercedes mit der B-Klasse 250 e, die gerade einmal 437 Neuzulassungen im Jahr 2016 aufweist.

Dabei sollte noch erwähnt werden, dass ein Großteil der Neuzulassungen Firmenfahrzeuge sind. Beim BMW i3 und Tesla Model S beträgt der Anteil gewerblicher Halter jeweils 68 Prozent. Der Nissan Leaf kommt sogar auf 84 %. Einzig der Renault ZOE wird auch vermehrt von Privatpersonen zugelassen, hier beträgt der Anteil knapp über 50%.

Geht es nach Bundeskanzlerin Merkel sollen bis 2020 mindestens eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren. Diese Zahl ist utopisch und völlig realitätsfremd. Wenn man bedenkt, dass selbst E-Kleinwagen weit über 20.000 Euro kosten, wird sich die Situation auch in den kommenden Jahren nicht ändern. Dazu kommt die oft geringe Reichweite der E-Autos und die fehlende Infrastruktur zum Aufladen. Immerhin ist mittlerweile die Modellvielfalt von E-Autos etwas angewachsen. Bei Wikipedia findet ihr eine schöne Übersicht aller Elektroautos in Serienproduktion.

Kategorien: Hardware Sonstiges

Palo Alto Networks stellt neue Firewalls vor

Palo Alto Networks Logo

Im Zuge der Veröffentlichung des neuen PAN-OS 8.0, hat die auf Netzwerksicherheit spezialisierte Firma Palo Alto Networks, neue Firewalls vorgestellt. Neben drei neuen  VM-Firewalls wurden auch sechs neue Hardware-Appliances präsentiert.

VM-Firewalls

Die neuen virtualisierten Firewalls runden das bestehende Angebot nach oben und unten hin ab. Dadurch sollen die stetig steigenden Traffic-Anforderungen abgedeckt werden. Die kleine VM-50 ist auf den Einsatz von minimalen Ressourcen getrimmt und erreicht einen App-ID-Durchsatz von 200 Mbit/s sowie 100 Mbit/s bei Threat prevention. Ein möglicher Einsatzort wäre z.B. kleinere Niederlassung mit einem Server, auf dem die Firewall dann zusätzlich betrieben werden könnte. Die größeren VM-500 und VM-700 kommen auf 8 Gbit/s App-ID und 4 Gbit/s Threat prevention bzw. auf 16 und 8 Gbit/s. Sie sind für den Einsatz zur Network functions virtualization (NFV) gedacht, was vor allem komplett virtualisierte Rechenzentren oder Provider-Umgebungen betrifft. Darüber hinaus wurden die Performance und der Datendurchsatz der bestehenden VM-100, VM-200, VM-300 und VM-1000-HV deutlich aufgebohrt.

Alle virtualisierten Firewalls können sowohl in der öffentlichen Cloud als auch On-Premise gehostet werden. Dazu werden zahlreiche Plattformen unterstützt:

  • Amazon Web Services (AWS)
  • Microsoft Azure
  • VMware vCloud Air
  • VMware ESXi
  • VMware NSX
  • Citrix NetScaler SDX
  • Microsoft Hyper-V
  • KVM/OpenStack
Performance VM-50 VM-100 VM-200 VM-300 VM-1000-HV VM-500 VM-700
App-ID firewall throughput 200 Mbit/s* 2 Gbit/s* 2 Gbit/s* 4 Gbit/s* 4 Gbit/s* 8 Gbit/s* 16 Gbit/s*
Threat prevention throughput 100 Mbit/s* 1 Gbit/s* 1 Gbit/s* 2 Gbit/s* 2 Gbit/s* 4 Gbit/s* 8 Gbit/s*
IPSec VPN throughput In progress In progress In progress In progress In progress In progress In progress
Connections per second 3.000* 15.000* 15.000* 30.000* 30.000* 60.000* 120.000*
Max sessions (IPv4 or IPv6) 64.000 250.000 250.000 819.200 819.200 2.000.000 10.000.000

*Performance varies across different hypervisors and cloud environments.

Hardware-Appliances

Bei den sechs neuen Hardware-Appliances handelt es sich um die PA-220, zwei neue Geräte der PA-800-Serie und drei Geräte der PA-5200-Serie. Alle neuen Geräte werden erst ab PAN-OS 8.0 unterstützt und bringen primär eine höhere Performance mit.

Palo Alto Networks PA-200

Palo Alto Networks PA-200 (Bild: Palo Alto Networks)

Die interessanteste Neuvorstellung dürfte die PA-220 sein. Sie ist für kleine Niederlassungen gedacht. Der Name lässt auf eine leicht verbesserte Variante zur PA-200 schließen, aber insgeheim schließt die PA-220 locker zur PA-500 auf. Im Gegensatz zur PA-200 bringt die PA-220 volle HA-Unterstützung (Active/Active, Active/Passive) inklusive Session-Synchronisierung mit. Außerdem bietet sie ein redundante Stromzufuhr und verzichtet auf einen aktiven Lüfter, was beides für eine höhere Zuverlässigkeit sorgen sollte. Des Weiteren kommt die PA-220 mit acht Ports daher und der Datendurchsatz wurde signifikant gesteigert. Alles in allem dürfte die PA-220 eine sehr interessante Alternative zur PA-500 sein, die höchstwahrscheinlich auch günstiger zu haben sein wird.

Performance PA-200 PA-220 PA-500
App-ID firewall throughput 100 Mbit/s 500 Mbit/s 250 Mbit/s
Threat prevention throughput 50 Mbit/s 150 Mbit/s 100 Mbit/s
IPSec VPN throughput 50 Mbit/s 100 Mbit/s 50 Mbit/s
Connections per second 1.000 4.200 7.500
Max sessions (IPv4 or IPv6) 64.000 64.000 64.000
Security rules 250 250 1.000
Max security zones 10 15 20
HA Active/Passive with no session synchronization Active/Active, Active/Passive
I/O Ports 4 8 8
Storage capacity 16 GByte SSD 32 GByte SSD 160 GByte HDD
Sonstiges kein Lüfter, redundante Stromversorgung, USB-Port, Micro-USB-Konsolenport Aggregate interfaces (802.3ad), LACP

Die neuen PA-820 und PA-850 sind für mittelgroße Niederlassungen konzipiert und schließen damit die große Lücke zwischen der PA-500 und der PA-3020. Die kleinere Variante kommt auf 940 Mbit/s App-ID und 610 Mbit/s Threat prevention. Die PA-850 erreicht hingegen 1,9 Gbit/s App-ID und 780 Mbit/s Threat prevention.

Die PA-5200-Serie positioniert sich zwischen der PA-5000-Serie und der modularen PA-7000-Serie und ist damit für den Einsatz in großen Rechenzentren. Wo die PA-5060 mit 20 Gbit/s App-ID und 10 Gbit/s Threat prevention aufhört, fängt die neue Serie erst an. Die PA-5220 liefert 18 bzw. 9 Gbit/s, die PA-5250 35 bzw. 20 Gbit/s und die PA-5260 erreicht 72 bzw. 30 Gbit/s. Passend zu diesem hohen Datendurchsatz bringt die Serie erstmals auch Unterstützung für 40 Gbit/s (QSFP+) und 100 Gbit/s (QSFP28).

Kategorien: Hardware Internet

120 defekte Netzwerk-Patchkabel

120 defekte Netzwerkkabel

In meiner beruflichen Laufbahn habe ich schon einige kuriose Dinge erlebt. Dass aber 120 kurze Netzwerk-Patchkabel defekt sind, ist schon, sagen wir mal außergewöhnlich.

Angefangen hat alles mit einem leeren Bürogebäude, in welchem demnächst ca. 100 Mitarbeiten beheimatet sein werden. Jeder Mitarbeiter bekommt ein VoIP-Telefon an seinen Arbeitsplatz. Die Kollegen haben alle VoIP-Telefone aufgestellt und gepatched. Kurz darauf meldeten sie ungewöhnliche Verhaltensweisen. Viele Telefone bekamen keinen Strom via PoE und blieben aus. Andere wiederrum wurden mit Strom versorgt und starteten. Sie erhielten aber keine DHCP-Adresse und konnten daher nicht vollständig Booten. Bei den funktionierenden Geräten fiel auf, dass manche mit 100 MBit/s und manche gar nur mit 10 MBit/s verbunden waren.

Also alles nacheinander prüfen. Telefone sind ok, die passive Hausverkabelung ist in Ordnung und auch die Switches sind richtig konfiguriert. Auch der Austausch der Patchkabel brachte keinen direkten Erfolg, da sich wieder die oben genannten Probleme zeigten. Hier wurde ich allerdings stutzig und schaute mir daraufhin die Patchkabel genauer an. Mein Verdacht erwies sich als richtig. Mit einem Fluke Testgerät konnten die fehlerhaften Patchkabel eindeutig bestätigt werden.

Nach dem Test von ca. 20 Kabeln kann ich sagen, dass über 90% der Kabel defekt sind. Sehr seltsam ist, dass bei den 120 Kabeln teilweise nur eine Ader bei einem oder beiden Steckern nicht kontaktiert war. Oft betraf es aber auch zwei, drei oder gar noch mehr Adern. Dadurch lassen sich auch die unterschiedlichen Probleme erklären, denn PoE läuft auf den Adern 4, 5, 7 und 8. Je nachdem welche Ader(n) defekt sind funktionierte PoE oder nicht. Auch die verschiedenen Geschwindigkeiten ergaben sich dadurch.

Ich gehe entweder von einem Qualitätsproblem bei den Hirose-Steckern oder beim Crimpen aus. Mal schauen was der Lieferant bzw. der Hersteller dazu sagen.

Fluke Messung Netzwerkkabel

Kategorien: Hardware

USB Typ C und USB 3.1 – ein Überblick

Immer mehr Notebooks und Smartphones kommen heutzutage mit dem neuen Anschluss USB Typ C (kurz USB-C) auf den Markt. Unter anderem sind bereits folgende Geräte mit einem Typ-C-Stecker ausgestattet: Microsoft Lumia 950, HTC 10, LG G5, Honor 8, Google Nexus 5X und das Google Pixel.

Der Hinweis auf USB Typ C wird gerne als Marketingschlagwort verwendet, aber die wenigsten Verbraucher wissen, was sich genau dahinter verbirgt. USB Typ C kann mehrere Funktionen erfüllen und bedeutet auch nicht automatisch eine schnelle Datenübertragung. Wer jetzt verwirrt ist sollte auf jeden Fall weiterlesen.

USB Typ C

Bei USB Typ C handelt es sich um ein Steckerformat, so wie auch bei USB Typ A (der allseits bekannte USB-Stecker) oder USB Typ B (der quadratische Stecker, oft bei Druckern verwendet). Mit USB 3.1 hat USB Typ C erst einmal nichts zu tun. Dies zeigt sich auch daran, dass viele Smartphones mit USB Typ C lediglich mit USB-2.0-Speed Daten übertragen. USB Typ C wurde im August 2014 spezifiziert.

Typ C ist verdrehsicher, d.h. der Stecker passt immer, egal wie man ihn dreht oder welches Ende des Kabels man verwendet. Außerdem bietet der Stecker mehr Kontakte, wodurch eine höhere Stromübertragung oder der Transport von anderen Signalen möglich ist. So lassen sich über den Stecker beispielsweise auch Thunderbolt-, DisplayPort-, HDMI- oder MHL übertragen. Die Unterstützung anderer Protokolle wird als „Alternate Modes“ bezeichnet. Mit USB Audio Device Class 3.0 wird in Zukunft auch die Ausgabe von Audiosignalen möglich sein. Selbstverständlich werden auch alle bisherigen USB-Übertragungsspezifikationen inklusive USB Power Delivery (maximal 100 W) unterstützt.

Wer wissen möchte, welche Features sich hinter dem Typ-C-Stecker verbergen, ist bei Smartphones oft aufgeschmissen. Hier erfährt man die Infos wenn überhaupt nur im Kleingedruckten. Käufer von Notebooks sollten es theoretisch etwas leichter haben. Hier geben die Symbole neben dem Typ-C-Anschluss einen Hinweis auf die unterstützten Standards.

Verschiedene Beschriftungen bei USB Typ C

Verschiedene Beschriftungen bei USB Typ C (Bild: Intel)

Neben dem Stecker an sich muss natürlich auch das Kabel mitspielen. Kaum ein Kabel liefert die maximalen 100 W, selbst bei 60 W tun sich viele Kabel schwer. Auch die Unterstützung von Alternate Modes ist nicht immer gegeben. Fehlerhafte Kabel und Adapter für USB Typ C bleiben nach wie vor ein großes Problem.

Über Kabel und Adapter könnte man aber locker einen eigenen Artikel schreiben, weshalb ich nicht genauer darauf eingehe.

USB 3.1

Die Spezifikation zu USB 3.1 wurde im Juli 2013 verabschiedet. Die Bezeichnung „USB 3.1“ ohne weitere Angaben ist zu unspezifisch und lässt keine genauen Rückschlüsse auf die Übertragungsrate zu. Denn USB 3.0 wurde vor einiger Zeit in USB 3.1 Gen 1 umbenannt. USB 3.1 Gen 1 übertragt maximal 5 Gbit/s. Erst USB 3.1 Gen 2 weist auf Super Speed Plus hin und erreicht somit 10 Gbit/s. In der Praxis nutzen dies die Hersteller oft aus und suggerieren, dass USB 3.1 = USB 3.1 Gen 2 entspricht. Dem ist aber nicht so!

Wie oben bereits beschreiben hat USB 3.1 nichts mit USB Typ C zu tun. USB 3.1 Gen 2 funktioniert grundsätzlich auch mit anderen Steckertypen (Typ A und Typ B). Generation 2 (10 Gbit/s) stellt allerdings höhere Anforderungen an die Kabelqualität als Generation 1 (5 Gbit/s).

USB Power Delivery

Die USB Power Delivery (USB PD) Spezifikation wurde unabhängig von USB Typ C entwickelt und ist auch mit den Steckern Typ A und Typ B möglich. Ebenso hat USB PD nichts mit USB 3.1 zu tun und ist z.B. auch mit USB 2.0 einsetzbar. Bei USB Power Delivery reden die Quelle und der Abnehmer miteinander und vereinbaren, wer Strom liefert und wer ihn verbraucht. Insgesamt sind fünf unterschiedliche Profile vorgesehen, die 10, 18, 36, 60 und 100 Watt definieren. Die höchste Stufe mit 100 Watt setzt sich aus 5 Ampere bei 20 Volt zusammen. Neben der Unterstützung von USB PD in den Endgeräten müssen auch die Kabel und Stecker entsprechend mitspielen, damit diese hohen Werte erreichbar sind.

Zusammen mit USB 3.1 wurde Revision 2.0 der Power Delivery Spezifikation veröffentlicht. Damit wurden die fünf Profile wieder abgeschafft und eine dynamische Regelung eingeführt. Es werden die vier Spannungslevel 5, 9, 15 und 20 Volt definiert, die eine dynamische Leistung von 0,5 Watt bis maximal 100 Watt liefern können.

Ohne USB PD sind mit dem Stecker USB Typ C hingegen bis zu 25 Watt (5 Volt bei 5 Ampere) möglich, vorausgesetzt die Kabel (aktives USB Power Delivery Kabel) und Endgeräte unterstützen dies. Kommt lediglich ein normales Kabel zum Einsatz, sind die altbekannten Standards 2,5 Watt, 4,5 Watt und 7,5 Watt (USB Battery Charging 1.2) möglich. Falls sich das Kabel als USB-Typ-C-Kabel zu erkennen gibt, sind immerhin 15 Watt (5 Volt bei 3 Ampere) drin.

Stecker USB-Standard Kabel Elektrische Leistung (max.)
Typ A auf Typ A USB 2.0 Standard 2,5 Watt (5,0 Volt, 500 mA)
Typ A auf Typ A USB 3.0 (USB 3.1 Gen 1) Standard 4,5 Watt (5,0 Volt, 900 mA)
Typ A auf Typ A USB 3.1 (USB 3.1 Gen 2) Standard 4,5 Watt (5,0 Volt, 900 mA)
Typ C auf Typ C USB 2.0 Standard Typ C 15,0 Watt (5,0 Volt, 3.000 mA)
Typ C auf Typ C USB 3.0 (USB 3.1 Gen 1) Standard Typ C 15,0 Watt (5,0 Volt, 3.000 mA)
Typ C auf Typ C USB 3.1 (USB 3.1 Gen 2) Standard Typ C 15,0 Watt (5,0 Volt, 3.000 mA)
Typ C auf Typ C USB 2.0 Aktiv Typ C mit USB PD 25,0 Watt (5,0 Volt, 5.000 mA)
Typ C auf Typ C USB 3.0 (USB 3.1 Gen 1) Aktiv Typ C mit USB PD 25,0 Watt (5,0 Volt, 5.000 mA)
Typ C auf Typ C USB 3.1 (USB 3.1 Gen 2) Aktiv Typ C mit USB PD 25,0 Watt (5,0 Volt, 5.000 mA)

Thunderbolt 3

Auf der Computex 2015 hat Intel Thunderbolt 3 offiziell vorgestellt. Der Standard soll alle Bild-, Ton-, Energie- und Datenübertragungskanäle in einer Schnittstelle zu bündeln und avanciert damit zur eierlegenden Wollmilchsau. Thunderbolt 3 setzt dabei ebenfalls auf den neuen USB-Typ-C-Stecker.

Thunderbolt 3 bietet neben 40 Gbit/s über das Thunderbolt-Protokoll immer USB 3.1 Gen 2 mit 10 Gbit/s (inklusive der Alternate Modes) und zwei Mal DisplayPort 1.2. Darüber hinaus können die zugrunde liegenden vier PCI-Express-3.0-Lanes auch ohne aufgesetztes Protokoll genutzt werden. Erste externe Grafikkartengehäuse machen von dieser Möglichkeit bereits Gebrauch. Insgesamt ist das Anwendungsgebiet von Thunderbolt 3 riesig.

Viele Hersteller nutzen Thunderbolt 3 bereits für Dockingstationen. Über ein einziges Kabel können somit Strom, Audio- und Videosignale, Netzwerk und USB-Geräte übertragen bzw. betrieben werden.

Thunderbolt 3

Thunderbolt 3 (Bild: Intel)

Bei der Stromversorgung bietet Thunderbolt 3 auf jeden Fall 15 Watt (5 Volt bei 3 Ampere). Mit USB Power Delivery sind aber auch hier bis zu 100 Watt möglich. Dies ist allerdings nur optional und wird auch nicht separat gekennzeichnet. Kabel mit USB-Typ-C-Anschluss, welche an Thunderbolt 3 angeschlossen sind, sollten mit einem Blitz-Symbol gekennzeichnet sein.

Aktuell hat Intel fünf verschiedene Thunderbolt-3-Controller (Codename Alpine Ridge) im Sortiment. Wie immer lauert auch hier ein Fallstrick. Manche Hersteller verbauen diese Alpine-Ridge-Chips auf ihren Mainboards, verwenden aber diese aber nur als USB-Host und lassen die Thunderbolt-Funktionalität ungenutzt. Daher gilt auch beim Mainboard-Kauf: Augen auf!

Fazit

USB Type C, USB 3.1 Generation 2 und USB Power Delivery sind drei USB-Spezifikationen, die eine gewisse Schnittmenge untereinander bilden, aber nicht immer zwangsweise etwas miteinander zu tun haben. Zu allem Überfluss kommt dann noch Thunderbolt 3 hinzu, welches versucht alles besser zu machen. Die Theorie ist schön und gut, aber leider scheitert es auch hier an der Umsetzung der Hersteller. Viele Kabel und Notebooks weisen nicht die richtige Symbolik auf und verkomplizieren den USB-Typ-C-Dschungel zusätzlich.

Das Konsortium USB-IF ist sich der vielen Probleme bewusst und versucht ein wenig entgegenzusteuern. In zwei Leitfäden zur korrekten Bezeichnung von USB 3.1 und USB Type C weist das Konsortium auf einige grundlegende Dinge hin:

  • USB 3.0 ist gleichbedeutend mit USB 3.1 Gen 1
  • USB 3.1 beschreibt nur die Übertragungsrate
  • USB 3.1 ist nicht USB Typ C und umgekehrt
  • USB 3.1 ist nicht USB Power Delivery und umgekehrt
  • USB Type C ist nicht USB Power Delivery und umgekehrt

Vor dem Kauf solltet ihr euch also genau informieren, denn wie mehrfach beschrieben halten sich viele Hersteller nicht an die offizielle Symbolik bzw. die Marketing-Abteilung möchte Features vorgaukeln, die gar nicht vorhanden sind.

Bei langsamen Datenübertragungsraten oder Problemen mit der Stromzufuhr sind fast immer schlechte Kabel oder Stecker die Ursache. Generell solltet ihr zu lange Kabel, Verlängerungskabel und Adapter meiden.

Ich hoffe, dass ich euch mit meinem Überblick die eine oder andere Frage beantworten konnte.

Kategorien: Hardware

Passwörter aus der FRITZ!Box auslesen reloaded

AVM FRITZ!Box 7490

Vor ca. zweieinhalb Jahren habe ich bereits in einem Artikel aufgezeigt, wie ihr alle Passwörter aus der FRITZ!Box auslesen könnt. Dieser Artikel ist allerdings in der Zwischenzeit veraltet und die darin erwähnte Methode meist nicht mehr anwendbar. Davon abgesehen war die Methode via „allcfgconv“ sowieso nicht ganz einwandfrei, weshalb ich das Thema nun erneut aufgreife.

Kurz nach meinem ersten Artikel machte eine weitere Methode die Runde. Das Shell-Skript „decode_passwords“ von PeterPawn bot eine relativ einfache Methode zum Auslesen von FRITZ!Box-Passwörtern. Es bedient sich einer älteren „webdavcfginfo“, detaillierte Informationen findet ihr in diesem Post im IPFF. Ohne Telnet- bzw. SSH-Zugang ist diese Variante allerdings nicht verwendbar. Hier müsste man den Umweg über Freetz oder modfs gehen, was aber nicht jedermanns Sache sein dürfte.

Zurück zum Thema. Eine weitere Möglichkeit an alle Passwörter zu kommen bieten die Fritz!Box Tools von Michael Engelke. Das Tolle daran ist, dass das Tool auch mit der aktuellen FRITZ!OS-Version 6.80 ohne weitere Modifikationen funktioniert. Telnet, SSH o. ä. werden nicht benötigt 🙂

Tutorial

  1. Zunächst müsst ihr die Fritz!Box Tools für Windows downloaden und in einen Ordner euer Wahl entpacken.
  2. Anschließend muss PHP heruntergeladen und installiert werden. Alternativ zur Installation bietet sich die portable Variante an, die auch ich verwende. Dabei ist es egal ob ihr PHP 5.6, PHP 7.0 oder bereits PHP 7.1 wählt. Wichtig ist nur, dass die jeweils passenden „Visual C++ Redistributable for Visual Studio“ benötigt werden. In meinem Beispiel wähle ich PHP 7.1.1 x64 in der Thread-Safe-Variante. Nach dem Download öffnet ihr die ZIP-Datei und kopiert die beiden Dateien „php.exe“ sowie „php7ts.dll“ in den vorher erstellten Ordner, wo auch die Fritz!Box Tools liegen.
  3. Jetzt eine Eingabeaufforderung öffnen und zum entsprechenden Ordner navigieren. Hier können die Fritz!Box Tools via „fb_tools.bat“ aufgerufen werden. Am besten testet ihr ob die Tools funktionieren. Mit dem Befehl „fb_tools -h“ sollten alle Funktonen des Tools angezeigt werden.
  4. Wenn das funktioniert seid ihr im Prinzip schon fertig und könnt nun mit folgendem Befehl alle gespeicherten Passwörter aus eurer FRITZ!Box auslesen. Das Passwort für die FRITZ!Box muss bekannt sein, sonst funktioniert das Ganze nicht.
    fb_tools PASSWORT@fritz.box konfig export-decrypt DATEINAME

    Alternativ dazu können auch Export-Dateien von anderen FRITZ!Boxen entschlüsselt und die Passwörter im Klartext angezeigt werden. Hierzu benötigt ihr allerdings das Passwort der Export-Datei. Der Einfachheit halber sollte die Export-Datei ebenfalls im gleichen Ordner wie die Fritz!Box Tools liegen.

    fb_tools PASSWORT@fritz.box konfig file-decrypt DATEINAME.export EXPORT-PASSWORT

Fritz!Box Tools

Damit lassen sich alle Passwörter aus der FRITZ!Box auslesen, unter anderem SIP-Daten, WLAN-Passwörter, Internet- oder MyFRITZ!-Zugangsdaten. Die meisten User möchten damit an vergessene DSL-Zugangsdaten kommen oder die VoIP-Daten des Providers erfahren. Nicht alle Provider geben diese Daten freiwillig heraus. Stattdessen werden sie oftmals automatisch per TR-069 in den Router eingetragen.

CES 2017: Technische Neuerungen zwischen Casinos und Glücksspiel

CES Logo

Kürzlich fand die CES 2017 statt – in Las Vegas, der großen Stadt des Glücksspiels. Ich war selbst vor Ort. Für mich war es nicht nur der erste Besuch in Las Vegas, sondern auch der erste Aufenthalt in den USA. Während sich viele Kollegen an den Blackjack-Tischen vergnügten, und dabei sogar fast alle am Ende mit einem Plus nach Hause gingen, war ich aber noch zögerlich. Eigentlich bereue ich das im Nachhinein, denn nun habe ich Las Vegas heimgesucht und nicht einen Cent verzockt oder gewonnen. Aber vielleicht erhalte ich ja nächstes Jahr eine zweite Chance – dann werde ich entsprechend nicht nur mit der Kreditkarte bewaffnet sein, sondern auch vor dem Trip etwas Bargeld wechseln. Bleibt mir höchstens mich solange im Cherry Casino online zu vertrösten und meine Gewinnchancen auszuloten.

Immerhin konnte ich auf der CES 2017 viele nette Leute kennenlernen, unter anderem das deutsche Samsung-PR-Team, und durfte auch allerlei neue Geräte als einer der ersten bestaunen. Besonders die frischen Samsung QLED haben mich sehr beeindruckt. Die Südkoreaner bewerten die neuen Fernseher der Reihen Q7, Q8 und Q9 quasi als OLED-Nachfolger – es handelt sich streng genommen aber weiterhin um LCD-Fernseher mit Quantum Dots. Samsung setzt jedoch neue Materialien ein und will zudem nicht nur deutlich verbesserte Blickwinkel, sondern auch optimierte Farbwiedergabe (nahezu 100 % des DCI-Farbraums), höhere Kontraste und eine erhöhte Helligkeit von bis zu 2.000 Nits erreicht haben. Leider ist noch offen, wie teuer die neuen Geräte sein werden. Günstig werden sie aber wohl nicht werden, denn Michael Zöller, Samsung Kopf der europäischen Abteilung für Visual Display, sagte, dass QLED besser sei als OLED und sich das auch im Preis widerspiegeln sollte. Schade ist allerdings, dass die Reihen Q7 und Q8 nur Edge-LED-Beleuchtung verwenden. Laut Zöller bieten zumindest die Q9 dann Direct LED.

LG will im Gegensatz zu Samsung weiter auf OLED-TVs setzen und zeigte seine neuen Fernseher der Reihe Signature OLED TV W. Dabei gibt LG z. B. an, die maximale Helligkeit gegenüber der 2016er-Serie nahzu verdoppelt zu haben. Außerdem arbeitet Samsungs Rivale mit Technicolor zusammen und bietet nicht nur HDR10 und das für TV-Übertragungen relevante HLG, sondern auch Dolby Vision. Hier ist Samsung konservativer und beschränkt sich auf HDR 10 und natürlich auch HLG. Spannend ist übrigens, was nun aus Ultra HD Premium werden soll: Das Siegel soll Kunden gewisse Qualitätsstandards bei den Geräten garantieren. Samsung wägt jedoch ab, seine neuen TVs gar nicht mehr zertifizieren zu lassen. Nicht etwa, weil die Südkoreaner fürchten das Siegel nicht zu erreichen – im Gegenteil. Nein, man ist enttäuscht, dass auch TVs ab einer Helligkeit von nur 540 Nits für Ultra HD Premium zugelassen werden – was damals LGs OLED-Modellen natürlich die Tür öffnete.

Neben High-End-Fernseher mit Ultra HD stachen mir als Trends auf der CES 2017 noch Smart Home, Smart Cars und Virtual Reality ins Auge. Diese Bereiche stecken aber immer noch in einer Entwicklungsphase, so dass beispielsweise VR immer noch nicht etwas für jedermann sein dürfte. Ultra HD hingegen reift nun endlich – HDMI 2.1 wurde ja ebenfalls vorgestellt und führt Unterstützung für dynamische Metadaten beim offenen Standard HDR10 ein. Offen ist leider, ob die neuen TVs des Jahres 2017, ab Werk noch mit HDMI 2.0 versehen, auch Updates auf HDMI 2.1 erhalten werden. Möglich sei dies technisch durchaus laut HDMI Association, werde aber von den individuellen Modellen und Herstellern abhängen. Somit bleibt es spannend. Und ob man noch warten sollte, bis sich HDMI 2.1 großflächig etabliert hat oder es sich endlich lohnt bei einem Ultra-HD-TV zuzuschlagen, muss wohl jeder für sich entscheiden. Bleibt zu hoffen, dass sich Hersteller wie LG und Samsung bald zu möglich Updates äußern – und nicht erst ab der CES 2018 HDMI 2.1 einbinden.

Ein Gastartikel von André Westphal, welcher unter anderem für Caschys Blog schreibt.

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Chipsatz-Features: Intel Kaby Lake (Z270, H270) vs. AMD Ryzen (X370, B350)

Auf der CES 2017 in Las Vegas hat Intel den offiziellen Startschuss für die neuen Kaby-Lake-Desktop-Prozessoren gegeben. Im Grunde handelt es sich dabei und die Skylake-Architektur, welche dank verbessertem 14-nm-Fertigungsprozess mit höherem Takt daher kommt. Nur bei der integrierten Grafikeinheit gibt es ein paar neue Features. Wer sich demnächst einen neuen Prozessor zulegen möchte, sollte aber auf jeden Fall noch das Release von AMDs neuen Ryzen-CPUs (ehemals Zen) abwarten. Die ersten Benchmarks sehen durchaus vielversprechend aus und nach zig Jahren könnte Intel endlich mal wieder Konkurrenz bei den High-End-CPUs bekommen. Die letzten Gerüchte sprechen von einer offiziellen Veröffentlichung Ende Februar 2017.

Weitere wichtige Aspekte neben der reinen CPU-Performance sind unter anderem auch die Leistungsaufnahme, der Preis, die verfügbaren Chipsätze bzw. Mainboards und deren Preise sowie Features. Hier könnte es durchaus interessant werden, denn tendenziell sollten die neuen Mainboards mit AMD-Chipsatz eher günstiger als die Platinen für Intel-CPUs ausfallen.

Nachfolgend eine kurze Übersicht der beiden Intel-Chipsätze Z270 und H270 sowie der beiden AMD-Chipsätze X370 und B350:

Intel Z270 Intel H270 AMD X370 AMD B350
Segment High-End Mainstream High-End Mainstream
PCIe 3.0 (via CPU) 16×1
(1×16 oder 2×8 oder 1×8+2×4)
16×1
(1×16)
20×1 20×1
PCIe 3.0 (via Chipsatz) 24×1 20×1 4×1 4×1
PCIe 2.0 8×1 6×1
USB 3.1 Gen 2 (10 Gbit/s) 2 2
USB 3.1 Gen 1 (5 Gbit/s) 10 8 6 + 4 via CPU 2 + 4 via CPU
USB 2.0 4 6 6 6
SATA 6 Gbit/s 6 6 4 + 2 via CPU 2+ 2 via CPU
SATA Express 3 2 2 2
SATA RAID 0/1/5/10 0/1/5/10 0/1/10 0/1/10
CrossFire/SLI ja ja ja nein
Overclocking ja nein ja ja

Auf den ersten Blick fällt auf, dass Intel deutlich mehr PCIe-3.0-Lanes zur Verfügung stellt. Insgesamt kommen die Intel-Chipsätze auf 40 bzw. 36 PCIe-3.0-Lanes. Bei AMD stehen insgesamt nur 24 schnelle PCIe-3.0-Lanes zur Verfügung. Allerdings relativiert sich das Bild etwas, denn bei AMD sind weitere Fähigkeiten (4x USB USB 3.1 Gen 1 und 2 x SATA 6 Gbit/s) direkt in der Ryzen-CPU integriert. Diese Fähigkeiten des Mini-Chipsatzes in der CPU werden mit den Features der jeweiligen Mainboard-Chipsätze zusammengelegt. Darüber hinaus bietet AMD nativ zwei USB-Ports mit USB 3.1 Gen 2, welche bei Intel über die zur Verfügung stehenden PCIe-Lanes realisiert werden müssen. Außerdem besteht ein wenig Flexibilität. Die vier freien PCIe-3.0-Lanes der CPU lassen sich als PCIe-3.0-x4-Schnittstelle für eine schnelle NVMe-SSD nutzen. Des Weiteren könnten auch die beiden SATA-Express-Schnittstellen des Chipsatzes als vier weitere PCIe-3.0-Lanes genutzt werden.

Intel bietet natürlich mehr Reserven und die Unterstützung für die neue Optane-Memory-Technik, wohinter sich 3D XPoint verbirgt. Dennoch ist die neue AMD-Plattform für einen Großteil der Käufer völlig ausreichend. Eine aktuelle Grafikkarte und eine schnelle NVME-SSD hängen direkt an der CPU, der Rest wird über das Mainboard angebunden. Wer auf CrossFire oder SLI setzt oder zig SSDs nutzen möchte, muss dann ggf. sogar zu der Intel-X99-Plattform greifen.

Kategorien: Hardware

Private Videoüberwachung: Das muss beachtet werden

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland steigt seit Jahren stetig an. Während es im Jahr 2013 149.500 Delikte gab, wuchs die Zahl im Jahr 2014 auf 152.123 an. Gemäß der Kriminalstatistik 2015 erfolgte letztes Jahr eine deutliche Zunahme um rund 10 Prozent auf insgesamt 167.136 Einbrüche. Auch dieses Jahr dürfte die Zahl abermals steigen. Lange Rede kurzer Sinn, immer mehr Menschen setzen auf eine private Videoüberwachung und installieren eine Überwachungskamera. Ob eine einzige Kamera wirklich als Einbruchschutz dient oder lediglich ein besseres Sicherheitsgefühl erzeugt, sei mal dahingestellt. Abgesehen davon müssen bei der Videoüberwachung auf dem eigenen Grundstück ein paar Regeln beachtet werden.

Was muss beim Einsatz einer Kamera beachtet werden?

Grundsätzlich kann jeder Hausbesitzer auf seinem Grundstück oder am Haus eine Überwachungskamera anbringen. Gefilmt werden darf aber nur das eigene Grundstück innerhalb der Grundstücksgrenzen. Nachbargrundstücke oder öffentliche Bereiche wie Straßen oder Gehwege dürfen nicht überwacht werden. Auch gemeinsame Zugangswege oder Zufahrten dürfen nicht beobachtet werden. Aus diesem Grund sind schwenkbare Kameras eher kritisch zu sehen, da sie je nach Standort theoretisch auch außerhalb des Grundstücks filmen können. Also entweder hundertprozentig sicherstellen, dass keine anderen Bereiche gefilmt werden können oder auf Nummer sicher gehen und komplett auf schwenkbare Kameras verzichten.

Grund für die strengen Vorgaben sind das allgemeine Persönlichkeitsrecht bzw. das Recht auf informationelle Selbstbestimmung eines jeden Menschen. Das bedeutet, dass sich jeder in der Öffentlichkeit frei bewegen können muss und selbst entscheiden darf, wann und wie Dinge des persönlichen Lebens offenbart werden. Durch eine Überwachung würden beide Rechte verletzt werden.

Fremde Personen und Besucher, die das Grundstück betreten, sollten daher auf die Videoüberwachung hingewiesen werden. Eine gute Methode ist beispielsweise ein kleines Hinweisschild im Eingangsbereich. Da keine rechtlichen Vorgaben existieren, dürften die Aufnahmen des eigenen Grundstücks rein theoretisch unendlich lange gespeichert werden. Allerdings ist dies wenig zielführend und benötigt viel Speicherplatz. In der Regel ist eine Speicherung für wenige Wochen völlig ausreichend. Nur spezielle Vorfälle sollten länger behalten werden. Veröffentlicht werden dürfen diese Aufnahmen allerdings nicht, da so ein privater Fahndungsaufruf verboten ist. Dieses Vorgehen greift in das allgemeine Persönlichkeitsrecht eines potentiellen Täters ein, weshalb dieser sogar eine Löschung des Videos und Schadenersatz verlangen kann. Die Aufnahmen sollten lediglich der Polizei übergeben werden und können auch als Beweis dienen.

Checkliste mit den wichtigsten Punkten

  • Kamera darf nur das eigene Grundstück oder Haus filmen
  • Öffentliche Bereiche wie Straßen oder Gehwege dürfen nicht gefilmt werden, ebenso Nachbargrundstücke
  • Auf schwenkbare Kameras vorsorglich verzichten
  • Besucher sollten auf Kamera aufmerksam gemacht werden

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