Virtualisierung – Was ist das überhaupt?

Tobi hat ja das ein oder andere Mal bereits die Wörter „virtuelle Maschine“ erwähnt. Aus diesem Grund wollte ich eine kleine Übersicht über dieses Thema erstellen.

Zuerst sollte geklärt werden was man in der IT unter Virtualisierung bzw. unter virtuellen Maschinen versteht. Dies ist eigentlich sehr schnell erklärt: Virtualisierung ist eine Methode etwas Virtuelles zu erstellen. Zum Beispiel eine virtuelle Maschine in der ein Betriebssystem laufen kann.

VM Aufbau

Eine VM funktioniert folgendermaßen: Auf dem Host-Betriebssystem wird eine Virtualisierungssoftware installiert. Diese Software verwaltet die VMs (= virtuelle Maschinen) und benutzt die reale Hardware um darüber die virtuelle Hardware bereitzustellen.

Das „Wie?“ wäre geklärt. Kommen wir nun zu dem „Wieso?“. Die meisten Systeme sind nicht ausgelastet. Auf vielen Servern läuft nur ein Dienst oder Service. Dieser Server produziert aber jede Menge Kosten. Aus diesem Grund hat man überlegt, wie man so einen Server besser ausnutzen und am besten noch Raumplatz sowie Kosten für Wärme & Strom reduzieren kann. So kam die Virtualisierung ins Spiel.

Wie man oben auf dem Bild sehen kann, können mehrere VMs auf einem Host-System laufen. So kann man das Host System besser ausnutzen und hat keine ungenutzten Ressourcen.

Es gibt mehrere Anbieter für Virtualisierungssoftware: VMware, Microsoft, Citrix, Oracle, usw. Viele bieten neben Lösungen für Firmen auch kostenlose Software für den privaten Gebrauch an. So gibt es z.B.:

  • VMware Player
  • Oracle VirtualBox
  • Citrix XenServer

Wenn man nun, wie Tobi hier schreibt, nicht sein eigentliches System verwenden will um etwas zu testen, benutzt man einfach eine VM.

WMware Player

Hier sieht man das Programm VMware Player und eine VM mit Windows XP. In der VM kann man nach Belieben testen, installieren und formatieren. Das Host-Betriebssystem ist dabei von den Änderungen nicht betroffen. Man könnte sogar einen Virus testen. Bevor man das tut sollte man jedoch sicherstellen, dass die Netzwerkverbindung der VM getrennt ist. Sicher ist sicher. Denn alle Computer erkennen eine VM als richtigen Computer an. Selbst die VM „denkt“ sie sei ein richtiger Computer.

Zum Testen von kleinen Sachen und neuen Betriebssystemen ist eine virtuelle Maschine optimal. In Unternehmen lohnt es sich zu überlegen, ob durch die Einführung von einer virtuellen Infrastruktur nicht Kosten eingespart werden können.

Ich hoffe damit konnte ich einen kleinen Einblick in die Virtualisierung ermöglichen.

Andy

Hey, ich bin Andreas und unterstütze Tobi gerne mit dem ein oder anderen Artikel. Ich arbeite als Administrator und interessiere mich für Hard- und Software. Durch meine Arbeit kenne ich mich mit Windows, Linux sowie verschiedenen Storage-Systemen und der Virtualisierung aus.

19 Antworten

  1. Marcel sagt:

    Na den Hyper V hast du vergessen, der ist ab Win8 Pro mit dabei 😉

  2. Robert sagt:

    Hey Andy, echt eine kleine nette Übersicht für den Einsteiger. 😉

    @ Marcel: Es fehlt auch mehr als nur Hyper-V 😉

  3. Marcel sagt:

    @Robert: ich bin von den Produkten ausgegangen die für Privatanwender zur Verfügung stehen, ja Parallels Desktop fehlt da auch noch^^

  4. Andy sagt:

    Hey,

    stimmt an Hyper V hatte ich nicht mehr gedacht. Hab es aber auch nur einmal unter Windows Server 2008 R2 benutzt und dann nicht weiter verfolgt. Das es unter Windows 8 zur Verfügung steht hab ich gar nicht gewusst bis ich es grade bei Wikipedia gelesen habe.

    Wieder was dazu gelernt 😉

  5. Marcel sagt:

    Ja und wenn man nur Windows Maschinen virtualisieren will ist der Hyper V sehr gut bis auf 1-2 Krankheiten die hoffentlich noch ausgebessert werden.

    • Robert sagt:

      Linux Distributionen gehen mittlerweile wohl auch. Hab es aber nur einmal kurz beim MCTS Training getestet. Wie es im Detail aussieht weiß ich leider nicht. Da gibt es aber denke ich mal bessere Lösungen.

      Was ich an Hyper-V interessant finde ist, dass je nach Version (Standard, Enterprise …) virtualisierte Instanzen mit lizenziert sind. Das ist denke ich mal für kleinere Unternehmen interessant.

  6. MrJones2015 sagt:

    Super Artikel für den Anfang. Werde nachher wieder das Internet nach weiteren Info durchsuchen, oder gibts dazu noch mehr von dir? 😀

    • Andy sagt:

      Danke 🙂
      Bei Wunsch kann ich noch mehr zu dem Thema schreiben. Hast du einen Wunsch welche Richtung ich noch näher beschreiben soll?

      @Marcel: Also laut Wikipedia gehen die Distributionen SLES & RHEL. Ich habe privat keinen physikalischen Rechner mit Windows Server 2008 oder Windows 8.
      Kann deswegen Hyper V zur Zeit nicht testen.

    • Mrjones2015 sagt:

      Hallo Andy, ich konnte mir unter den im Artikel genannten Beispiele wie „ein Virus testen“ oder „Testen von kleinen Sachen“ nicht viel vorstellen. Welche Einsatzzwecke kennst du denn, bzw. bei was für Aufgaben macht eine VM Sinn?

      Teil 2: Virtualisierung – Wofür braucht man das überhaupt (?) 😉

    • Tobi sagt:

      Privat benutze ich VMs hauptsächlich zum Testen von Software, die ich nicht auf meinem normalen System installieren möchte.

      Hier noch ein paar weitere Beispiele:
      -Windows XP für alte Hardware die keine Treiber für Windows 7 bereitstellt (Scanner, etc.)
      -Zum Ausprobieren von Windows 8
      -Für Webdesigner zum Testen von verschiedenen Betriebssystemen

    • Mrjones2015 sagt:

      Danke für die schnelle Antwort Tobi,

      Können die Betriebssysteme in den VM gemischt 32 und 64 bit sein? Kann man zB beim Zugriff auf die Netzwerkkarte festlegen, welche VM priorisiert werden soll?

    • Tobi sagt:

      Bei den neueren Versionen ist beides möglich. Muss aber auch vom Prozessor unterstützt werden, wobei das auch jede halbwegs aktuelle CPU kann.

      Eine Priorisierung der Netzwerkkarte ist mir bei den Consumer-Produkten nicht bekannt.

  7. Marcel sagt:

    Genau die 2 Distributionen habe ich nicht getestet im Hyper V. Bis jetzt nur Ubuntu Server und der lief über einen klitzekleinen Umweg.

  8. Seban sagt:

    Haben VM Vorteile ggü. Sandboxen im Bereich Software-Testing? Mal abgesehen von Anti Virus-Software, die teilweise nicht in Sandboxen installiert werden kann.

    Ich nutze nämlich Sandboxie, wenn ich bspw. verschiedene Programme für ein- und denselben Zweck teste, um mir das für mich beste rauszusuchen. VM hab ich nur mal genutzt, um mir die ein oder andere Linux Distro anzuschauen.

    • Tobi sagt:

      Hauptvorteil ist eben, dass man die Software auf einem anderen Betriebssystem testen kann. Beispielsweise Apps für Windows 8, die unter Windows 7 nicht laufen. Ansonsten sind Sandboxen zum Testen genausogut geeignet.

    • Andy sagt:

      Ich habe noch nie mit einer Sandbox gearbeitet kann deswegen nicht sagen was da besser geeignet ist. Habe aber grade gelesen, dass Sandboxie auch Snapshots erstellen kann.
      Das ist sehr hilfreich wenn man etwas testen will:
      Snapshots erstellen, Programm XYZ installiert und testet. Wenn man sich dann Windows zerschießt einfach auf den Snapshot zurücksetzen und alles geht wieder.

  9. Seban sagt:

    Danke für die Antworten.

    Snapshots in Sandboxie sind mir neu. Hab jetzt auf die Schnelle per Google auch nur dies hier gefunden:
    http://www.sandboxie.com/phpbb/viewtopic.php?t=9617&postdays=0&postorder=asc&start=0
    bzw,
    http://www.sandboxie.com/phpbb/viewtopic.php?t=11644

    Hast du evtl einen Link zur Hand?

    Grüße

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