Schlechter SAT-Empfang: Signalstärke und Signalqualität verbessern

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In den Kommentaren zu meinem Artikel „SAT-Empfang: Unterschied zwischen Signalqualität und Signalstärke“ tauchen immer wieder Fragen zu schlechter Signalqualität und Signalstärke auf. Aus diesem Grund möchte ich die Ursachen eines schlechten SAT-Empfangs genauer erläutern und mögliche Lösungen aufzeigen.

Grundsätzlich möchte ich aber darauf hinweisen, dass die angezeigte Signalstärke sowie Signalqualität sehr stark vom verwendeten Sat-Tuner abhängig ist. Beispielsweise können ein Samsung-TV mit eingebauten Sat-Tuner und ein externer Sat-Receiver am gleichen Kabel unterschiedliche Werte aufweisen. Aus diesem Grund sollte man die angezeigten Werte auch nicht allzu ernst nehmen. Sofern keine Störungen auftreten, sollte in der Regel alles in Ordnung sein. Spätestens wenn Empfangsprobleme wie Ruckeln oder Ton- bzw. Bildaussetzer existieren, sollte man aber tätig werden.

SAT-Empfang verbessern

Eine häufige Ursache eines schlechten SAT-Empfangs ist, dass keine freie Sicht zum Satelliten besteht. Bäume oder Sträucher wachsen jedes Jahr und sind mit der Zeit vielleicht in das Sichtfeld zum Satelliten gewachsen. Die Webseite DishPointer bietet die Option „show obstacle (line of sight checker)“ an, welche bei der Beantwortung dieser Frage sehr hilfreich ist. Damit lässt sich unter anderem klären, wie hoch störende Objekte je nach Entfernung maximal sein dürfen. Wenn sich wirklich ein Hindernis im Weg befindet, hilft es entweder, die Schüssel zu versetzen oder das Gewächs zu entfernen bzw. ordentlich zu Stutzen. Das Zurückschneiden greift allerdings nur temporär und nach ein paar Jahren könnte das Problem erneut auftreten.

Ebenfalls wichtig ist die korrekte Ausrichtung der Schüssel. Dabei hat mir die Webseite Schüssel-Ausrichtung bisher gute Dienste geleistet. Bei präziser Ausführung kann damit eine sehr gute Ausrichtung erreicht werde, ohne auf spezielle Messgeräte oder teure Dienstleister zurückgreifen zu müssen. Selbstverständlich spricht aber nichts dagegen. Wer sich das leisten kann und möchte fährt damit sicher auch gut. Teilweise reicht es sogar aus, wenn das LNB in der Aufnahme vor- oder zurückgeschoben wird, damit der Brennpunkt ggf. genauer getroffen wird. Auch das Drehen des LNBs bzw. den Winkel in der Halterung leicht zu ändern, kann das gewünschte Ergebnis erreichen.

Nicht selten ist eine verbogene Schüssel (korrekte Bezeichnung Antenne) oder ein defekter LNB die Ursache der Empfangsprobleme. Ersteres kann entweder durch Transportschaden oder durch einen Sturm passieren. Den Schaden kann man mit dem Auge oft nicht erkennen. Daher muss man die Schüssel abmontieren und flach auf einen Tisch legen. Sie muss rundherum plan auf dem Tisch liegen und darf nicht wackeln. Falls sie das tut solltet ihr eine neue Schüssel anschaffen. Beim LNB ist die einfachste Methode zur Überprüfung der Austausch durch einen anderen LNB.

Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz einer größeren Schüssel bzw. eines anderen LNBs. Gerade bei kleineren Schüsseln kann es bei Regen und schlechtem Wetter zu Empfangsproblemen kommen. Mit einem Durchmesser von ca. 85 cm sollte man allerdings auf der sicheren Seite sein. Empfehlenswerte Antennen sind unter anderem die Triax TDS 88 für rund 50 Euro und die Gibertini OP 85 für ca. 90 Euro. Beim LNB kann ich den Inverto Selected Quad Premium (IDLB-QUDL40) empfehlen.

Hier sei noch einmal zu erwähnen, dass der Empfang (Signalqualität) hinter einem LNB durch keine nachgeschaltete Komponente verbessert werden kann! Alle weiteren Maßnahmen dienen zur Verbesserung der Signalstärke. Nachfolgend zwei grundlegende Regeln:

  • Kabel so kurz wie möglich halten
  • Markenkabel verwenden

Teilweise wird empfohlen die alten aufschraubbaren F-Stecker durch moderne Selfinstall- bzw. Kompressionsstecker zu ersetzen. Dadurch wird lediglich die Ausfallsicherheit und Zuverlässigkeit erhöht, einen Leistungsgewinn kann man damit nicht erzielen. In vielen Fällen ist dieser Tipp also nutzlos.

Auch der Einsatz von Inlineverstärkern ist fast immer nutzlos. Er verstärkt sowohl das Nutzsignal als auch das Rauschen. Daher kann man damit kein Signal verbessern. Im Gegenteil: Durch das Eigenrauschen und ein mögliches Übersteuern ist der Verstärker oft kontraproduktiv. Der einzige Einsatzzweck ist die Übertragung eines einwandfreien Signals über lange Strecken.

In bestimmten Situationen kann jedoch ein Dämpfer nützlich sein. Viele Sat-Tuner vertragen keine hohen Pegel und neigen daher zur Übersteuerung. Davon betroffen sind teilweise die Sat-Tuner in Samsung-TVs oder viele Humax-Modelle. In diesen Fällen kann ein Dämpfer oft Wunder bewirken. Empfehlen kann ich beispielsweise den Axing SZU 3-00 oder den Kathrein ERE 02.

Tobi

Hallo, mein Name ist Tobias und ich habe diesen Blog im April 2009 ins Leben gerufen. Seitdem blogge ich hier über Software, Internet, Windows und andere Themen, die mich interessieren. SSDblog ist mein zweiter Blog, indem es rund um das Thema SSDs geht. Ich würde mich freuen, wenn ihr meinen Feed abonniert oder mir auf Twitter, Facebook, Google+ und Google+ (privat) folgt.

2 Antworten

  1. Angela sagt:

    Hallo,

    versuche mein Glück jetzt mal bei dir, vielleicht kannst du mir ja bei der Lösung unseres Problems helfen….
    Bis jetzt bekomme ich nur verwunderte Blicke.
    Wir haben eine SAT Schüssel auf dem Dach und ein Twin LNB daran angeschlossen.
    So können/konnten wir und unser Untermieter jeder schauen, was er wollte.
    Bei unserm Mieter (älterer Herr, älterer Fernseher) funktioniert das auch nach wie vor.
    Bei uns ist seit geraumer Zeit das Problem, dass abends einige Programme kurzfristig ausfallen.
    „Kein Signal“
    Vorwiegend betrifft das ARD, ZDf und ein paar andere noch, aber nicht alle Programme.
    Später am Abend sind diese dann wieder da.
    Ganz besonders witztig war es bei einem Fussballspiel, da war mit dem Anstoß das Signal weg, in der Pause konnte man den Kommentatoren lauschen und in der zweiten Halbzeit ging das Signal mit dem Anstoß wieder weg?????
    Woran könnte das liegen bzw. was könnte man mal ausprobieren, um herauszufinden, woran das liegt?
    Wir haben das Problem sowohl mit einem Phillips Fernseher, als auch mit einem Sony.
    Am Fernseher scheint es nicht zu liegen…….

    Vielen Dank für eure Gedanken dazu 🙂

    • Tobi sagt:

      Ja das ist wirklich kurios. Könnte evtl. ein defekter LNB sein. Vielleicht probiert ihr mal euren Fernseher am Anschluss eures Untermieters anzuschließen. Wenn es da keine Probleme gibt ist es der LNB.

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