Garmin nüvi 3590LMT im Test

Garmin nüvi 3590LMT Heutzutage besitzt so gut wie jeder Haushalt ein Navigationssystem. Waren früher noch klassische Navigationssysteme die erste Wahl, werden mittlerweile immer mehr Smartphones als Navigationsgerät verwendet. Kein Wunder, denn die Displays werden immer größer und die erhältlichen Navigations-Apps immer besser. Auch der Preis dürfte eine Rolle spielen, denn Apps sind fast immer billiger als extra Navigationsgeräte.

Das nüvi 3590LMT ist aktuell noch das Spitzenmodell von Garmin. Es ist seit rund einem Jahr auf dem Markt und wird demnächst durch das neue Flaggschiff nüvi 3597 LMT ersetzt, welche bereits auf der CES 2013 vorgestellt wurde. Erhältlich ist es derzeit aber noch nicht.

Wie sich das 299 Euro teure Garmin nüvi 3590LMT in der Praxis schlägt, erfahrt ihr in meinem kurzen Test.

Technische Daten

Name Garmin nüvi 3590LMT
Display
5 Zoll (12,7 Zentimeter) Multitouch-WVGA-TFT-Farbdisplay,
800 x 480 Pixel
Speicher ca. 8 GB intern
microSD-Slot
Abmessungen 13,8 x 8,7 x 1,3 cm
Gewicht 203 g
Akku Lithium-Ionen-Akku, bis zu 4 Stunden Akkulaufzeit
Schnittstellen USB 2.0, Bluetooth
Sonstiges TMCpro, lebenslang kostenlose Kartenupdates, Sprachsteuerung, Freisprecheinrichtung
UVP 299 Euro

Lieferumfang

Das nüvi 3590LMT wird in einer stabilen Verpackung geliefert. Dadurch ist es während der Auslieferung gut geschützt. Im Lieferumfang ist folgendes enthalten:

  • Garmin nüvi 3590LMT (inklusive lebenslange Karten-Updates)
  • KFZ-Anschlusskabel mit Empfänger für digitalen 3D Traffic-Verkehrsfunk
  • Schnellentriegelungshalterung
  • USB-2.0-Lade & Verbindungskabel
  • Schnellstartanleitung
Garmin nüvi 3590LMT Lieferumfang

Garmin nüvi 3590LMT Lieferumfang

Verarbeitung und Display

Die Verarbeitung ist qualitativ sehr gut. Alle Teile sitzen fest und nichts wackelt oder knarrt. Es existieren keine scharfen Kanten oder Ecken und auch die Spaltmaße sind gleichmäßig ausgeführt. Die Vorderseite wird fast vollständig vom 5-Zoll-Display eingenommen. An den Seiten besitzt das Gerät einen Metall-Streifen, wodurch es sehr edel wirkt. Die Rückseite ist aus hochwertigem Kunststoff gefertigt. Das Material besitzt eine leicht raue Oberfläche und ist dadurch rutschfest. Es liegt sehr gut in der Hand, nicht zuletzt wegen der relativ dünnen Bauform von 1,3 Zentimetern.

Durch das große kapazitive Touchdisplay wirkt das nüvi 3590LMT auf den ersten Blick wie ein kleines Tablet. Die Auflösung fällt mit 800 x 480 Pixeln nicht so hoch wie bei aktuellen Smartphones aus, was aber nicht weiter schlimm ist. Für die grafische Darstellung von Karten ist das jedoch mehr als genügend. Im Betrieb überzeugt das Display durch kräftige Farben und hohe Helligkeitswerte. Damit ist das Navigationsgerät auch problemlos bei stärkerer Sonneneinstrahlung nutzbar, obwohl die Glasfläche des Displays nicht entspiegelt ist. Ein Nachteil ist aber, dass das Gerät schon nach kurzer Zeit mit Fingerabdrücken übersät ist. Wenn die Sonne in das Auto scheint ist dieser Umstand besonders nervig.

Garmin nüvi 3590LMT Oberseite

Garmin nüvi 3590LMT Oberseite (Quelle: Garmin)

An der Oberseite befindet sich links die An- bzw. Ausschalttaste. In der Mitte ist eine kleine Kerbe eingelassen, die für die Befestigung in der Autohalterung notwendig ist. Rechts ist der Garmin-Schriftzug zu erkennen.

Garmin nüvi 3590LMT Rückseite

Garmin nüvi 3590LMT Rückseite

Auf der Rückseite erkennt man links unten den eingebauten Lautsprecher. Ansonsten befindet sich auf der Rückseite nur noch die Seriennummer und der Produktname. Unten in der Mitte ist der Anschluss für Schnellentriegelungshalterung platziert. Rechts befindet sich der USB-2.0-Anschluss für die Verbindung mit dem PC.

Features

Das Garmin nüvi 3590LMT bietet eine Menge interessanter Features, von denen ich einige kurz vorstellen möchte.

LMT
Die Abkürzung steht für Lifetime Maps & Traffic. Wie der Name schon verrät, handelt es sich dabei um ein lebenslanges Abo für Navteq Traffic und Karten-Updates. Es sind Karten aus 45 Ländern verfügbar.

PhotoReal 3D Kreuzungsansicht
Die praktische Kreuzungsansicht ist für einige größere Städte und Ballungsgebiete verfügbar. Sobald man sich einer verfügbaren Kreuzung nähert, zeigt das Navigationsgerät eine realistische Darstellung der Kreuzung im Splitscreen an. Inklusive Straßenschilder und Pfeile zur Fahrspurkennzeichnung. Somit findet man sich auch an großen Kreuzungen ohne Probleme zurecht.

Sprachsteuerung
14 häufig genutzte Menüpunkte können per Sprachbefehle gesteuert werden.

3D-Modelle
Bekannte Bauwerke und Sehenswürdigkeiten sind als 3D-Modelle enthalten.

Smartphone Link
Das Navi kann über Bluetooth eine Verbindung zu einem Android-Smartphone herstellen und darüber Live-Informationen wie z.B. Verkehrsinformationen abrufen. Neben kostenpflichtigen Services gibt es auch kostenlose Dienste.

Garmin nüvi 3590LMT in der Praxis

Vor dem ersten Test habe ich die aktuellste Firmware aufgespielt, die man hier herunterladen kann. Beim ersten Versuch hat die Updatesoftware das am PC angeschlossene Navi leider nicht erkannt. Erst beim zweiten Versucht klappte das Update, dafür aber ohne weitere Probleme.

Anschließend habe ich das Garmin nüvi 3590LMT gestartet und direkt alle Einstellungen nach meinen Wünschen angepasst. Das Menü ist übersichtlich und einfach zu bedienen. Der Touchscreen reagiert flott und präzise.

Im nächsten Schritt habe ich das Navi im Auto platziert und während der Fahrt getestet. Die Windschutzscheibenhalterung lässt sich leicht befestigen. Darin wird die Navi-Aufnahme mit einem Kugelgelenk befestigt. In die Aufnahme wird dann das Navi festgemacht. Auch das funktioniert ohne Probleme. Besonders gelungen ist der Zusatzlautsprecher in der Halterung. Dieser liefert auch während der Fahrt und bei Umgebungsgeräuschen gut verständliche Ansagen. Das Kabel für die Stromversorgung wird nicht am Navi befestigt, sondern direkt in der Halterung. So kann das Navi bei Bedarf schnell entfernt werden, ohne sich mit dem Kabel zu beschäftigen.

Garmin nüvi 3590LMT im Auto

Garmin nüvi 3590LMT im Auto

Beim Starten des Motors wird das Navi automatisch angeschaltet. Wenn es komplett aus war dauert der Start ca. 25 Sekunden. Das ist relativ lange. Sofern das Navi im Stand-by-Modus war, ist es fast direkt einsatzbereit. Die Zielsuche ist komfortabel, sodass man schnell das gewünschte Ziel gefunden hat. Auch die schnelle Routenberechnung weiß zu überzeugen, egal ob bei der Erstberechnung einer Route oder bei Neuberechnungen, wenn man die vorgeschriebene Strecke verlässt. Während der Fahrt erfolgt der Bildaufbau immer zügig und ohne Ruckler. Die Sprachsteuerung funktioniert gut, allerdings nur bei relativ leiser Umgebung. Auf der Autobahn werden die Befehle oftmals nicht richtig verstanden.

Kommen wir zu den negativen Punkten. Die Geschwindigkeitswarnung reagiert direkt bei Überschreitung der aktuellen Höchstgeschwindigkeit. Selbst bei 1 km/h zuviel. Hier sollte dringend eine Toleranzstufe eingebaut werden, dass die Warnung beispielsweise erst nach 5% oder 10% Überschreitung angesagt wird. Die jetzige Implementierung ist aber sehr nervig. Glücklicherweise kann die Geschwindigkeitswarnung unter den Einstellungen aber komplett deaktiviert werden. Der zweite Kritikpunkt ist der Tastenton. Dieser ist bei jeder Aktion auf dem Touchscreen zu hören und kann nicht separat ausgeschaltet werden. Hier sollte Garmin auf jeden Fall eine entsprechende Option mit einem Firmware-Update nachliefern. Für manche mögen es nur Kleinigkeiten sein, aber für mich extrem nervig.

Fazit

Insgesamt ist das Garmin nüvi 3590LMT auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Der große Bildschirm ist während der Fahrt gut ablesbar und auch bei Sonneneinstrahlung eine gute Figur. Die Halterung an der Windschutzscheibe ist durchdacht und der integrierte Lautsprecher ist vor allem bei lauter Umgebung sehr sinnvoll. Die Bedienung ist einfach und die Routenberechnung flott. Zahlreiche Features wie lebenslange Kartenupdates oder die Sprachsteuerung runden das Gesamtangebot ab.

Kleine Schwächen besitzt das Garmin nüvi 3590LMT natürlich auch. Die Live-Anbindung ist nur mit Android-Smartphones nutzbar, der Tastenton lässt sich nicht abstellen und die Geschwindigkeitswarnung reagiert zu früh.

Die UVP liegt bei 299 Euro. Bei Amazon ist das Garmin nüvi 3590LMT ab schon ab 235 Euro erhältlich. Für das Gebotene ein guter Preis. Wen die Kritikpunkte nicht zu sehr stören, kann das Navigationsgerät ohne Frage in die engere Auswahl nehmen.

Garmin nüvi 3590LMT (Quelle: Garmin)

Garmin nüvi 3590LMT (Quelle: Garmin)

Tobi

Hallo, mein Name ist Tobias und ich habe diesen Blog im April 2009 ins Leben gerufen. Seitdem blogge ich hier über Software, Internet, Windows und andere Themen, die mich interessieren. SSDblog ist mein zweiter Blog, indem es rund um das Thema SSDs geht. Ich würde mich freuen, wenn ihr meinen Feed abonniert oder mir auf Twitter, Facebook, Google+ und Google+ (privat) folgt.

9 Antworten

  1. Stefano sagt:

    Schöner, ausführlicher Beitrag. Soweit ich weiß, ist das Bedienen von Smartphone-Navis leider genauso verboten, wie damit zu telefonieren – gibt also auch Punkte! (Quelle: http://www.zdnet.de/88146819/smartphone-darf-im-auto-auch-nicht-als-navigationshilfe-genutzt-werden/)
    Wer soll das bitte noch nachvollziehen!?
    Von daher sind „echte Navis“ schon auch noch eine Option.

  2. Klaus sagt:

    Das 3590lmt reagiert auf Sprache. Wenngleich auch bei der Adreßsuche. Jedenfalls in A, D, B, L und CH (in anderen Ländern der Sprachbefehl bei der Adreßsuche derzeit (immer noch!) nicht unterstützt wird: vielen Dank dafür an die Fa. Garmin, deren technischer Kundendienst mir diesen von mir herausgefundenen Fakt als für alle 3590 zutreffend bestätigte :-(, so ist in unseren Breitengraden (also in A, D, B, L und CH, s. o.) eine manuelle Eingabe (auch während der Fahrt) nicht erforderlich. Per Sprachsteuerung funktionieren -im optimalen Fall neben der Adreßsuche- weiterhin u. a.: Umleitungsfunktion, Kartenansicht (wenngleich Garmin, streng nach dem Muster der Echternacher Springprozession: drei Schritte nach vorne, zwei Schritte wieder zurück) hier aus dem Sprachbefehl: „Karte“ den Sprachbefehl „Karte ansehen“ gemacht hat: warum einfach, wenns auch kompliziert geht: immer weiter so, Garmin, das entzückt die potentielle Kundschaft ja geradezu im Sinne von Kundenzufriedenheit! (:-<), -ganz wichtig: Navigation beenden; sogar die Menübefehle: "Nach oben" und "Nach unten" werden per Sprachsteuerung im Sprachmenü unterstützt.

    Auch, wenn beim 3590lmt die Sprachsteuerung an sich endlich reibungslos funktioniert, im Gegensatz zum Vorgängernavi 3490lmt, so wäre es meines Erachtens doch wünschenswert, sprich: eigentlich absolut erforderlich, daß u. a. die Adreßsuche per Sprachsteuerung im gesamten Kartenbereich (derzeit 45 Länder) reibungslos funktioniert.

    Was meines Erachtens noch viel ärgerlicher ist, ist die Tatsache, daß das lebenslange Kartenupdate durch die Gerätespeicherkapazität (etwas über 7GB, von welchen nicht ganz 400 MB noch verfügbar sind!!) inkl. einer evtl. Speicherkartenkapazität von max. 4GB arg verwässert wird – passen die erneuerten Karten nicht mehr auf den internen Gerätespeicher, müssen diese (und sei es auch nur teilweise!) auf Speicherkarte ausgelagert werden. Diesbezüglich habe ich im Internet bereits einiges von Leidensgenossen, welche Derartiges bereits vollziehen mußten, lesen müssen: Tenor, soweit ich es gelesen hatte: nach (teilweiser) Auslagerung von Gerätekarten auf Speicherkarte funktioniert die sprachgesteuerte Adreßsuche überhaupt nicht mehr.

    Ganz toll, Fa. Garmin -man verzeihe mir hier die Polemik-: hätte ich mir seinerzeit als Azubi auch nur annähernd Entsprechendes geleistet, wäre ich wohl -und zwar zu Recht- bereits achtkantig aus der Probezeit geflogen … Lebenslange Kartenupdates anzubieten, im (möglichen) Wissen, daß diesbezüglich die Gerätespeicher(karten)-Kapazität über kurz oder lang einen Riegel vorschiebt, ist meines Erachtens jedenfalls alles andere als in Ordnung oder gar fair!

    Nüvi 3590lmt: meines Erachtens ausgezeichnete Hardware – aber leider reicht das alleine zu einer positiven Gesamteinstufung eben nicht! Daher von mir bezüglich 3590lmt/Garmin Schulnote 5: mangelhaft, setzen!

  3. dieter klische sagt:

    kann mann in das navi eine zusätsliche sd karte reinmachen und was ist der nachfolger von dem navi danke schon mal gr dieter

    • Tobi sagt:

      Das Navi bietet einen microSD-Slot. Wenn die Karte nicht ausreicht kann man natürlich eine größere reinbauen. Einen zweiten Slot gibts aber nicht. Mir wäre kein Navi bekannt, welches zwei microSD-Slots bietet.

      Der direkte Nachfolger des Navis ist das Garmin nüvi 3598LMT-D.

  4. dieter klische sagt:

    hallo bin neuling in sachen navi können sie mir sagen ob ich nach dem kauf von3590 sofort neu karte runterladen muß,und wie geht das danke schon mal gr. dieter

  5. dieter klische sagt:

    hallo mein gerät ist 4 wochen alt es sucht nach dem sateliten und kann neuerdings keinen finden
    ist das ein einstellfehler von mir kann mir jemand weiterhelfen.es kommt immer die antwort such nach sat,es wird aber nix gefunden gps demo ist ausgeschaltet.danke schon mal.gr dieter

    • Tobi sagt:

      Im Auto sollte es auf jeden Fall GPS-Satelliten finden, spätestens nach ca. 30 Sekunden. Wenn nicht hat dein Gerät wohl ein Problem und ich würde es einsenden.

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