Sechs LED-Lampen mit E14 Sockel im Vergleich

Mittlerweile habe ich fast meine komplette Wohnung auf LED-Lampen umgestellt. Sie sind größtenteils zu vernünftigen Preisen erhältlich (mit einigen Ausnahmen) und bieten einige Vorteile gegenüber Energiesparlampen. Dennoch sollte man sich vor dem Kauf genau informieren. Trotz nahezu identischer technischer Daten können sich LED-Lampen von unterschiedlichen Herstellern teilweise sehr stark unterscheiden. Von Discounter-Angeboten rate ich grundsätzlich ab, da diese LED-Lampen fast immer Probleme mit der Helligkeit, dem Abstrahlwinkel, der Farbwiedergabe oder der Farbtemperatur besitzen.

Vor ca. zwei Jahren habe ich meinen ersten LED-Lampen Test veröffentlicht. Damals habe ich zwei LED-Lampen im E27 Sockel miteinander verglichen. In meinem neuen Test widme ich mich kleineren LED-Lampen im E14 Sockel. Insgesamt habe ich sechs unterschiedliche Lampen gegeneinander antreten lassen und Vergleichsfotos in zwei verschiedenen Räumen gemacht. Zu den Testkandidaten gehören:

E14 LED-Lampen (sweet LED, HIGH LUX, Lighting EVER, parlat, CEE LED, Philips)

Sechs E14 LED-Lampen im Vergleich (sweet led, HIGH LUX, Lighting EVER, parlat, CEE LED, Philips)

Hier noch ein Überblick der technischen Daten:

Hersteller sweet led HIGH LUX Lighting EVER parlat CEE LED Philips
Produkt SW60LED E14WW5 HC 64065 600005-4 LC-SS-441-WW E14 3W Kerze 19560300
Wattleistung 3 W 4,5 W 4 W 3,5 W 3 W 4 W
Lumen 250 400 350 240 250 250
entspricht Glühlampe 35 W 35 W 35 W 25 W 25 W 25 W
Fassung / Sockel E14
Lebensdauer 20.000 h 25.000 h 50.000 h 15.000 h 30.000 h 20.000 h
Schaltzyklen 15.000 40.000 25.000 7.500 k. A. 50.000
Farbtemperatur 2.900 K 2.700 K 3.000 K 3.000 K 2.700 K 2.700 K
Abstrahlwinkel 120° 180° 120° 245° 270° k. A.
Farbwiedergabeindex 80 ≥80 >80 70 80 85
Länge 74 mm 101 mm 105 mm 104 mm 105 mm 104 mm
Durchmesser 50 mm 35 mm 37 mm 37 mm 38 mm 35 mm
Garantie k. A.  k. A. 5 Jahre k. A. k. A. k. A.
Preis (01.11.2014) ab 5,69 € ab 11,55 € ab 6,55 € ab 11,90 € k. A. ab 6,19 €

Die folgenden Fotos bieten einen guten Vergleich der unterschiedlichen E14 LED-Lampen. Als Vergleich habe ich auch noch eine herkömmliche Energiesparlampe mit 7 Watt abgelichtet.

Die Lampe von sweet led liefert eine gute Helligkeit. Durch den relativ geringen Abstrahlwinkel von 120 Grad ist das Licht aber sehr stark fokussiert, wodurch die Lampe vor allem für Spotlights interessant ist. Die restlichen fünf LED-Lampen sind dagegen für herkömmliche Lichter besser geeignet und bieten einen deutlich höheren Abstrahlwinkel als die sweet led. Die beste Helligkeit liefert die Lampe von HIGH LUX. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, da sie mit 4,5 Watt etwas stärker als die anderen Modelle ist. Dahinter folgen die LED-Lampen von Lighting EVER, parlat und CEE LED. Obwohl sie sehr nahe beieinander liegen, macht die Lighting EVER den besten Eindruck von den dreien. Relativ hell ist auch die Philips-LED, wobei die Lichtfarbe aber schon sehr stark ins Gelbliche geht. Die Energiesparlampe als Vergleich ist sogar noch ein bisschen heller als die HIGH LUX Lampe, besitzt allerdings auch 7 Watt.

Im zweiten Duell werden die Lampen in einem schmaleren Raum getestet, wobei die Unterschiede noch deutlicher sichtbar werden. Wie im ersten Raum ist die sweet led Lampe auch hier etwas fehl am Platz, da der geringe Abstrahlwinkel zu wenig Helligkeit im Raum liefert. Für Spots ist sie aber zu empfehlen. Die HIGH LUX Lampe ist wieder am hellsten. Dieses Mal bietet sie subjektiv sogar eine bessere Ausleuchtung als die Energiesparlampe und auch die Lichtfarbe ist bei der HIGH LUX angenehmer. Anschließend folgt die Lighting EVER und die LED-Lampe von parlat, die sich nur wenig unterscheiden. In Anbetracht des Preises ist aber die Lighting EVER deutlich vorzuziehen. Sehr hell und eine gute Ausleuchtung bietet die Philips LED-Lampe. Der Gelbstich ist wieder deutlich erkennbar, aber in diesem Raum nicht so schlimm wie im ersten. Die Lampe von CEE LED liefert die geringste Helligkeit.

Fazit

Obwohl die Lampe von CEE LED die schwächste ist, muss sich schlussendlich keine E14-LED-Lampe verstecken. Da die Lampe von CEE LED aktuell nicht verfügbar ist, kommt sie für einen Kauf sowieso nicht in Frage. Anschließend folgt die Lampe von parlat mit befriedigender Helligkeit. Durch ihren hohen Preis von 11,90 Euro würde ich diese allerdings auch nicht empfehlen. Die sweet led für 5,69 Euro ist eine gute Alternative in Spotlights, in normalen Lichtern jedoch weniger zweckmäßig.

Bleiben noch drei LED-Lampen übrig, die alle eine gute Helligkeit sowie Ausleuchtung bieten und die ich empfehlen kann. Die HIGH LUX ist zweifelsfrei die hellste Lampe, was allerdings auch seinen Preis hat. Wer 11,55 Euro ausgeben möchte, bekommt mit der HIGH LUX eine sehr helle Lampe ohne Abstriche. Mit 6,55 Euro deutlich günstiger ist die Lighting EVER, für welche ich mich auch persönlich entschieden habe. Sofern drei oder mehr Lampen zum Einsatz kommen ist der Helligkeitsnachteil im Vergleich zur HIGH LUX ohne Probleme verschmerzbar. Schön hell ist auch die LED-Lampe von Philips, welche allerdings sehr stark gelb leuchtet. Wenn diese Tatsache nicht stört ist die Philips für 6,19 Euro eine gute Wahl.

Tobi

Hallo, mein Name ist Tobias und ich habe diesen Blog im April 2009 ins Leben gerufen. Seitdem blogge ich hier über Software, Internet, Windows und andere Themen, die mich interessieren. SSDblog ist mein zweiter Blog, indem es rund um das Thema SSDs geht. Ich würde mich freuen, wenn ihr meinen Feed abonniert oder mir auf Twitter, Facebook, Google+ und Google+ (privat) folgt.

9 Antworten

  1. maltris sagt:

    Das Licht ist echt bei keiner so sehr prall.

    Ich bleib bei keinem Licht außer meiner Tischlampe (20W mit G4 Sockel). Dafür würde sich eine LED-Birne sicherlich lohnen, aber ich will das schöne, warme Licht nicht missen müssen.

  2. Martin sagt:

    Schöner Bericht, der aber auch ziemlich deutlich zeigt, dass der Lobbyismus der Lampenhersteller beim europäischen Parlament so richtig gut gefruchtet hat:
    Früher konnte ich ein Glühbirnen-Zehner-Pack mit 60 Watt beim Discounter für 3 Mark kaufen.
    60 Watt reichte für einen normalen Raum locker aus, die Birnen leuchteten nahezu 360°, waren dimmbar und die Farbtemperatur immer gleich. Im Winter konnte eine Lampe sogar noch als kleine Heizung durchgehen 😉
    Ging eine Lampe kaputt, (teilweise funktionieren hier im Haus noch immer 15 bis 20 Jahre alte Glühbirnen) schraubte man einfach eine neue Lampe für einen sprichwörtlichen Pfennig-Betrag rein und gut.

    Dann kam die EU (Aka Lampen-Lobby) darauf, dass man unter dem Deckmäntelchen des Energiesparens nur noch ESL oder LED einsetzen darf. ESL fallen alleine wegen des hohen Schadstoff-Anteils und der längeren ‚Aufhellphase‘ weg.
    Bei den LED haben wir – wie der Artikel schön zeigt – die Qual der Wahl, zwischen Abstrahlwinkel, Helligkeit/Lumen/Watt-Angabe, Farbtemperatur und dürfen dafür sogar viel mehr bezahlen.
    Um es uns ganz plausibel zu machen, dass dies keine Milchmädchenrechnung ist, erhöhen die Stromerzeuger seit Jahren konsequent/permanent ihre Preise, so dass man quasi zum Energiesparen gezwungen wird. Da aber immer weniger Strom verbraucht wird, die Infrastruktur aber trotzdem bezahlt werden muss, werden die Preise weiter steigen.

    So richtig ’spannend‘ wird es aber, dass man bei LED die Katze im Sack kauft. Ich muss immer mehrere Lampen von verschiedenen Herstellern kaufen, testen und kann dann häufig die nutzlosen Lampen nicht zurück geben. Da es sich hier zu fast 100% um China-Ware handelt, kann man nur hoffen, dass der Hersteller eine gute Qualitätssicherung hat und verschiedene Chargen konsequent prüft, damit man beim Nachkauf nach zwei Jahren eine böse Überraschung erlebt.

    Und eines wird mir aktuell nicht wirklich klar: was ist an einer LED-Lampe bitte zwischen 6 und 14 Euro wert? Könnte es sein, dass dies die Schutzzölle der EU sind, die sich vor billigen China-Importen schützen möchte und da kaum noch ein Marken-Hersteller in der EU fertigt, sind eben alle LED teuer? Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

  3. Johannes sagt:

    Hi Tobi,

    danke für den Test. Sehr interessant. Ich überlege auch schon seit längerem, mehr auf LED-Lampen umzusteigen, habe aber immer noch Angst, dass „frau“ die Lichttemperatur nicht schön finden wird. Für den Flur oder das Badezimmer wäre das wohl noch verkraftbar, aber am interessantesten finde ich LEDs ohnehin dort, wo am meisten Strom verbraucht wird: im Wohnzimmer beim 300 Watt Deckenfluter.
    –> Das wäre jetzt auch mein Vorschlag für einen weiteren Test für dich: LED-Fluter (gibt es so etwas überhaupt, meinetwegen auch Selbstbau) fürs Wohnzimmer. Also Lichtleistungen mit über 300 Watt vergleichbarer Halogelampen. 🙂
    –> Ein Problem das ich dabei sehe: Wenn so ein Deckenfluter gedimmt wird, verändert sich die Farbtemperatur ja auch stark in Richtung „Kerzenlicht“. Wenn man LEDs dimmt, werden sie zwar dunkler, aber die Farbe bleibt gleich. Könnte den Frauen ebenfalls nicht sonderlich gefallen.

    Thx,
    Johannes

    • Tobi sagt:

      Hi Johannes,
      das Dimmen ist bei LEDs sowieso etwas problematisch. Viele LEDs unterstützen dies überhaupt nicht. Andere werden als dimmbar beworben, geben dann allerdings im gedimmten Zustand komische Töne von sich (Pfeifen, Surren usw.). Habe auch schon öfter von anderen Problemen wie z.B. Flackern gehört.
      Die Fotos sind schon vor einigen Monaten entstanden. Allerdings habe ich erst jetzt Zeit für einen Artikel gefunden, daher kann ich deinen Wunsch leider nicht mehr nachstellen. Sorry. Werde aber daran denken, wenn ich mir in Zukunft neue LED-Lampen anschauen sollte 🙂

  4. Heiko sagt:

    Danke für den Test, habe drei Lighting EVER für meine Deckenleuchte im Arbeitszimmer bestellt und bin gespannt. Könntest Du nicht mal noch die Lampen von hier testen, gibt es auch dimmbar: http://www.ledon.de

    • Tobi sagt:

      Ja kann ich im nächsten Test tun. Kann dir allerdings nicht sagen wann das sein wird, da ich aktuell fast vollausgestattet mit LEDs bin und daher in nächster Zukunft keine neuen Lampen benötige.

  5. Steffen sagt:

    Super Vergleich, den ich so ausführlich auch noch auf keiner anderen Seite gesehen habe. Die High Lux Lampe schneidet im Test in beiden Räumen wirklich gut ab, wobei die LED Lampe von Philips auch eine gute Helligkeit hat und mir persönlich durch das gelbliche Licht sogar noch am besten gefällt, weil es eine gemütliche Atmosphäre schafft. Aber das ist natürlich Geschmackssache und viele bevorzugen ein helles weißes Licht. Wenn man den Preis in Betracht zieht, hätte ich mich wohl auch für die Lighting Ever Lampen entschieden, da sie von der Helligkeit schon sehr nah an die High Lux Lampen kommen und man bei einem Austausch von allen Lampen in der Wohnung schon viel Geld in der Anschaffung spart.

  6. Michael sagt:

    Ich habe mir erst vor kurzem die ersten LED-Lampen gekauft, weil LEDs zu schlecht oder teuer waren und stattdessen auf Glühbirnen mit Halogen-Technik gesetzt. Jetzt habe ich aber endlich eine gute, bezahlbare Marke gefunden. LEDs Change the World. Eine 9,5 W Birne mit gutem Abstrahlwinkel ersetzt jetzt eine 60W Glühbirne und zwei 5,3 Watt GU10 Strahler ersetzten zwei 50 Watt Halogen Lampen. Wobei die LED-Strahler auch äußerlich wie echte Halogenlampen aussehen, was mir wichtig war. Sehr interessant finde ich die neuen Filament LEDs, die auch optisch echten Glühbirnen sehr ähnlich sehen und wo z.B. eine 6 Watt LED-Birne eine 60 Watt Glühbirne ersetzt.
    Vielleicht kannst du diese Marke mit in den nächsten Test (GU10 LED-Strahler?) nehmen und auch die neuen Filament LEDs testen. Ich habe ja keinen Vergleich, sondern nur positive Beurteilungen im Netz.

    • Tobi sagt:

      Nein ist leider nicht geplant, da ich keine Leuchten mit GU10-Sockel besitze.

      Filament-LEDs sind aktuell im Kommen, das stimmt. Viele weisen aber noch einige Probleme auf. Werde mir zukünftig auf jeden Fall entsprechende Modelle anschauen, kann dir nur noch nicht sagen, wann genau das sein wird.

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