Google Analytics und Datenschutz

Erst kürzlich berichtete ich von dem rechtlichen Risiko beim Einsatz von “Social-Plugins” wie dem Facebook- oder Google+-Button. Ähnliche Problematik bestehet auch bei dem kostenlosen Web-Analysewerkzeug „Google Analytics“. Standardmäßig speichert „Google Analytics“ ohne Einwilligung die IP-Adresse der Seitenbesucher und setzt außerdem ein Cookie. Genauere Infos zu den rechtlichen Hintergründen gibts zum Beispiel bei Spreerecht.

Obwohl „Google Analytics“ nach Ansicht vieler Datenschützer nicht den Datenschutzvorgaben entspricht, können Webseitenbetreiber das Statistiktool mit zwei einfachen Schritten relativ beruhigt weiterbetreiben.

IP-Adresse anonym speichern

Der Tracking-Code zum Einbinden von „Google Analytics“ muss um den Abschnitt „_gaq.push([‚_gat._anonymizeIp‘]);“ ergänzt werden.

<script type="text/javascript">
  var _gaq = _gaq || [];
  _gaq.push(['_setAccount', 'UA-XXXXXX-X']);
  _gaq.push(['_gat._anonymizeIp']);
  _gaq.push(['_trackPageview']);

  (function() {
    var ga = document.createElement('script'); ga.type = 'text/javascript'; ga.async = true;
    ga.src = ('https:' == document.location.protocol ? 'https://ssl' : 'http://www') +
      '.google-analytics.com/ga.js';
    var s = document.getElementsByTagName('script')[0]; s.parentNode.insertBefore(ga, s);
  })();
 </script>

Bei der Verwendung des WordPress-Plugins Google Analyticator muss der zusätzliche Code lediglich in den Plugineinstellungen eingetragen werden.

Besucher über den Einsatz von „Google Analytics“ in der Datenschutzerklärung hinweisen

Nachfolgend das Muster einer Datenschutzerklärung von SCHWENKE & DRAMBURG – spreerecht.de, das eins zu eins übernommen werden kann:

Diese Website benutzt Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. („Google“). Google Analytics verwendet sog. „Cookies“, Textdateien, die auf Ihrem Computer gespeichert werden und die eine Analyse der Benutzung der Website durch Sie ermöglichen. Die durch den Cookie erzeugten Informationen über Ihre Benutzung dieser Website (einschließlich Ihrer IP-Adresse, die jedoch vor dem Speichern mit der Methode _anonymizeIp() anonymisiert wird, so dass sie nicht mehr einem Anschluss zugeordnet werden kann) wird an einen Server von Google in den USA übertragen und dort gespeichert. Google wird diese Informationen benutzen, um Ihre Nutzung der Website auszuwerten, um Reports über die Websiteaktivitäten für die Websitebetreiber zusammenzustellen und um weitere mit der Websitenutzung und der Internetnutzung verbundene Dienstleistungen zu erbringen. Auch wird Google diese Informationen gegebenenfalls an Dritte übertragen, sofern dies gesetzlich vorgeschrieben oder soweit Dritte diese Daten im Auftrag von Google verarbeiten. Google wird in keinem Fall Ihre IP-Adresse mit anderen Daten von Google in Verbindung bringen. Sie können die Installation der Cookies durch eine entsprechende Einstellung Ihrer Browser-Software verhindern; wir weisen Sie jedoch darauf hin, dass Sie in diesem Fall gegebenenfalls nicht sämtliche Funktionen dieser Website vollumfänglich nutzen können. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google in der zuvor beschriebenen Art und Weise und zu dem zuvor benannten Zweck einverstanden.

Sie können der Erhebung der Daten durch Google-Analytics mit Wirkung für die Zukunft widersprechen, indem sie ein Deaktivierungs-Add-on (http://tools.google.com/dlpage/gaoptout?hl=de) für Ihren Browser installieren.

Tobi

Hallo, mein Name ist Tobias und ich habe diesen Blog im April 2009 ins Leben gerufen. Seitdem blogge ich hier über Software, Internet, Windows und andere Themen, die mich interessieren. SSDblog ist mein zweiter Blog, indem es rund um das Thema SSDs geht. Ich würde mich freuen, wenn ihr meinen Feed abonniert oder mir auf Twitter, Facebook, Google+ und Google+ (privat) folgt.

9 Antworten

  1. tux. sagt:

    Piwik zum Beispiel bereitet solche Sorgen gar nicht erst, da es keine Daten durch die Gegend funkt.

    • Tobi sagt:

      Das stimmt so nicht. Man muss ebenfalls die IP-Adresse anonymisieren, was jedoch deutlich einfacher als bei Google Analytics ist. Die Datenschutzerklärung sollte ebenfalls ergänzt werden.

      Piwik bietet zusätzlich die Möglichkeit eines Opt-Outs und ist insofern sicherer, da die IP-Adressen direkt anonymisiert werden und nicht erst in die USA gesendet werden.

    • tux. sagt:

      Piwik schickt die gesammelten Daten NICHT an fremde Server. Unterschied klar?

    • Tobi sagt:

      Schrieb ich doch oben. Das Hauptproblem ist aber das Speichern der IP-Adressen. Auch auf dem eigenen Server darf dies nicht geschehen. Und dies muss man meines Wissens nach auch aktivieren, denn standardmäßig speichert Piwik die IPs vollständig ab.

    • tux. sagt:

      Zwischen „speichern“ – für Spamabwehr leider mitunter unvermeidlich und erlaubt, sofern man es rechtzeitig ankündigt (!) – und „ungefragt durch die Gegend schicken“ besteht dann doch ein Unterschied.

      Piwik hat ein hübsches Häkchen dafür in den Einstellungen …

  2. Snappo sagt:

    Ja, aber auch nur relativ beruhigt weiterbetreiben.

    Denn bei http://www.datenschutzbeauftragter-info.de/fachbeitraege/google-analytics-datenschutzkonform-einsetzen/ steht, dass Google Analytics nach deutschem Recht nicht datenschutzkonform eingesetzt werden kann.

  3. Tobi sagt:

    Deshalb sollte man das Thema weiter beobachten.

    Ich persönlich wäre für ein komplett neues Internetrecht. Die bisherigen Versuche das Offline-Recht an das schnelllebige Internet anzupassen waren nicht von Erfolg gekrönt. Zu vielen Streitfällen gibt es keine endgültige und eindeutige Klärung.

  4. Basti sagt:

    Bin durch Zufall auf den Artikel gestoßen. Besten Dank an dieser Stelle 🙂

  1. 3. August 2011

    […] findet man einige im Netz, welche man 1 zu 1 übernehmen kann. Mein Blognachbar Tobias hat sich dem Thema kurz einmal wieder angenommen. In seinem Beitrag findet ihr kurz aufgeziegt, wie […]

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